Gmunden, 27.10 bis 30.10.2016

Donnerstag, 27. Oktober 2016

19:00 Uhr

Grußworte - Prof. Jutta Skokan

Dr. Gerhard Gaigg, Landeskulturdirektion Oberösterreich
CEO TVB Andreas Murray

Franz Schuh Prolog

 

Eröffnung:

Mag. Stefan Krapf Bürgermeister der Stadt Gmunden

 

 

 

Eröffnungsreferat: Paul Lendvai

Viktor Orbáns Ungarn. Sehnsucht nach dem großen Mann

Paul Lendvai / KUV 2016

Viktor Orbán regiert hinter einem scheinbar demokratischen Vorhang mit eiserner Faust. Eine zwar schwache, aber funktionierende Demokratie baut er in einen autoritären Staat um. Seine nahezu uneingeschränkte Machtposition verdankt er vor allem seiner persönlichen Ausstrahlung, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Machtinstinkt. In den 1990er-Jahren als demokratische Hoffnung gefeiert, gilt Orbáns Bewunderung heute Männern wie Putin und Erdoğan. Von den westlichen liberalen Werten hat er sich abgewendet. Sein rechtskonservativer, populistischer Kurs lässt fremdenfeindlichen und antisemitischen Tendenzen breiten Raum, seine finanz- und wirtschaftspolitischen Ambitionen führen zu einer Spaltung der Gesellschaft: Einer kleinen Schicht profitierender Neureicher steht ein wachsendes Heer an Armen, Arbeitslosen und Mindestrentnern gegenüber. Die politische Opposition ist schwach und gespalten, die junge urbane Generation wendet sich von der Politik ab oder wandert aus. Ungarn ist zu einem Fremdkörper im demokratischen Europa geworden.

Paul Lendvai, international angesehener Publizist, Autor und Osteuropa-Experte, schrieb viele Jahre als Korrespondent für die Londoner Financial Times und angesehene österreichische, Schweizer und deutsche Blätter. Er war ab 1982 Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und ab 1987 Intendant von Radio Österreich International. Heute ist er weiterhin Mitherausgeber und Chefredakteur der von ihm gegründeten internationalen Zeitschrift Europäische Rundschau, Leiter des Europa-Studios des ORF und Kolumnist des Standard. Er hat 16 Bücher publiziert, viele davon Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt, und ist Träger zahlreicher Auszeichnungen.

 

Anschließend Im Gespräch Paul Lendvai mit Franz Schuh
Franz Schuh KUV 2016

Franz Schuh, Schriftsteller und Philosoph. 1947 in Wien geb. Buchautor und Kritiker; Kolumnist, u. a. für DIE ZEIT, Neue Zürcher Zeitung und Literaturen. 1976-1980 Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung. Bis 1993 Redakteur der Zeitschrift Wespennest. Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a.: Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (1985), Jean-Améry-Preis für Essayistik (2000), Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik (2006), Essay-Preis Tractatus des Philosophicum Lech (2009), Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien (2009). Veröffentlichungen, u. a.: Der Stadtrat. Eine Idylle (1995); Schreibkräfte. Über Literatur, Glück und Unglück (2000); Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche (2006); Hilfe! Ein Versuch zur Güte (2007); Memoiren. Ein Interview gegen mich selbst (2008); Der Krückenkaktus (2011); Sämtliche Leidenschaften (2014); Über Kulturpublizistik (2014).

Anschließend Empfang des Bürgermeisters Mag. Stefan Krapf